Äußere Einflüsse wie trockene Heizungsluft und Kälte im Winter oder Sonne, Hitze und Chlorwasser im Sommer stellen unsere Haare das ganze Jahr über vor Herausforderungen. Schnell verlieren sie ihren natürlichen Glanz, wirken stumpf, trocken und spröde. Umso wichtiger ist es, ihnen regelmäßig eine Extraportion Pflege zu gönnen. Ich habe heute ein tolles Rezept für dich: DIY Conditioner für geschmeidige Haare!
Sanfte Pflege für strapaziertes Haar – ganz natürlich
Eine einfache und zugleich wirksame Möglichkeit ist eine nährende Haarkur in Form eines Conditioners. Besonders bewährt haben sich Leave-in-Conditioner – also Pflegen, die nach der Haarwäsche ins feuchte Haar eingearbeitet und nicht ausgespült werden. So können die wertvollen Inhaltsstoffe besonders lange einwirken und das Haar intensiv nähren, schützen und geschmeidig machen.
Das Problem: Viele herkömmliche Conditioner enthalten Stoffe, die weder unserer Gesundheit noch der Umwelt guttun – etwa Erdöl-Derivate, Parabene, PEGs, Palmöl oder synthetische Duftstoffe.
Zum Glück lässt sich eine wirksame und natürliche Haarkur ganz einfach selbst herstellen – mit nur wenigen, hochwertigen Zutaten. So wissen wir genau, was in unserer Pflege steckt, tun unserer Kopfhaut und der Umwelt etwas Gutes und schonen gleichzeitig den Geldbeutel.
Selfmade Leave-in Conditioner aus Leinsamen
Leinsamen sind mittlerweile in jeder gut sortierten Küche zu finden. Als Zutat für Brot, Gebäck, in Müsli oder Suppen sind sie keine Unbekannten. In der veganen Küche werden Leinsamen auch als Ei-Ersatz verwendet. Und als Hausmittel kennt man sie als Wickel/Auflage für entzündete Nebenhöhlen und für die Vorbereitung auf die Geburt. Aber das ist noch lange nicht alles. Heut zeig ich euch eine Anwendungsmöglichkeit in der Naturkosmetik.
Leinsamen sind voller hochwirksamer Nährstoffe, die aber nicht nur innerlich eingenommen wirken sondern auch äußerlich super Dienste leisten. Unter anderem finden wir in Leinsamen Magnesium, Kupfer, Selen und Omega-3-Fettsäuren. Diese Inhaltsstoffe kräftigen und pflegen das Haar und verleihen dünnem Haar mehr Volumen.
Die Zutaten
Für den Conditioner mit Leinsamen brauchen wir:
- 2 EL Leinsamen
- 200ml Wasser
- optional: 1 Esslöffel Bio-Pflanzenöl (zB Mandel oder Jojoba)
- optional: 2 bis 3 Tropfen naturreines ätherisches Öl (zB Lavendel, Rosmarin, Rose, Zedernholz)
- kleiner Kochtopf und Löffel/Rührstab
- feines Sieb
- Stabmixer
Die angegebene Menge reicht je nach Haarlänge für zwei bis drei Anwendungen aus. Allerdings hält sich der fertige Conditioner im Kühlschrank nur ungefähr vier Tage. Aber keine Sorge: der Conditioner kann einfach portionsweise als Vorrat eingefroren und bei Bedarf aufgetaut werden.
Die Herstellung
Die Basis für unseren Conditioner ist ein Leinsamengel. Dazu werden die ganzen Leinsamen mit heißem Wasser in einen kleinen Topf gegeben und über Nacht quellen gelassen. Danach einmal kurz aufkochen, den Topf vom Herd nehmen und die Leinsamen unter mehrmaligem Umrühren noch 5 Minuten ziehen lassen.
Das Gel ist fertig zur Weiterverarbeitung, wenn sich die Flüssigkeit im Topf zähflüssig ist und am Löffel kleben bleibt. Je nach Leinsamensorte kann das kürzer oder länger dauern. Heller Leinsamen quellt und geliert meist schneller als dunkler Leinsamen.
Tipp: Wer das Gel schneller herstellen möchte, gibt die Leinsamen einfach mit dem Wasser in den Topf, kocht das ganze einmal auf und lässt es dann ca. 20 Minuten bei niedriger Temperatur weiterköcheln, bis ein schönes Gel entsteht.

Das Leinsamen-Gel wird nun durch ein feines Sieb abgefiltert. Die bereits gequollenen Leinsamen werden für die weitere Zubereitung nicht benötigt, können in der Küche aber wie gewohnt weiterverarbeitet werden zB in den Brotteig geben.
Sollte das Gel so fest sein, dass sich die Körner nicht von der Masse trennen, die Mischung noch einmal zurück in den Topf geben und unter ständigem Rühren in kleinen Mengen kochendes Wasser hinzufügen, bis das Gel wieder etwas flüssiger ist.
Das abgeseihte Leinsamen-Gel gut abkühlen lassen. Wer möchte, kann danach etwas hochwertiges Pflanzenöl und wenige Tropfen ätherisches Öl unterrühren. Das funktioniert am besten mit einem Stabmixer.
Für die Anwendung die Haare zunächst wie gewohnt waschen und mit dem Handtuch etwas trocken rubbeln. Anschließend den Conditioner in die Haare geben und gut verteilen und einkneten. Der Conditioner wird nicht ausgewaschen, sondern bleibt im Haar.
Wer den Conditioner noch einen Tick hochwertiger machen möchte, kann einen Teil des Wassers durch ein Hydrolat ersetzten. Dieses aber unbedingt erst nach dem Erhitzen hinzufügen, da ansonsten die wertvollen Inhaltsstoffe des Hydrolates verloren gehen. Welche Hydrolate sich dafür eigenen, habe ich im Artikel „Hydrolate – Pflanzenpower für die Haare“ bereits einmal zusammengefasst.
Das Wasser kann auch durch einen Kräutertee wie zB Ackerschachtelhalm, Brennnessel oder Rosmarin ersetzt werden und bringt so noch mehr Pflanzenwirkstoffe in die Haarkur.



Ein Kommentar
Bitte gerne weitere tolle Infos über Beiträge ??