flatternder Frühlingsbeginn – die ersten Schmetterlinge im Garten

flatternder Frühlingsbeginn – die ersten Schmetterlinge im Garten

Es ist ja schon ein absolut untrügliches Frühlingszeichen, wenn die Vögel mit den ersten Sonnenstrahlen am Morgen anfangen wieder ausdauernd ihre Lieder zu trällern. Aber wenn nach und nach auch die ersten Schmetterlinge in den Garten zurückkehren, dann weiß man: Der Frühling ist jetzt da – und er wird bleiben. Kurze Winterintermezzi gibt es natürlich – vor allem in höher gelegenen Regionen – immer, denn der Winter verabschiedet sich selten leise und liebt dramatische Auftritte. Aber wenn der Frühling erstmal seinen Fuß in der Türe hat, lässt er sich nicht mehr aufhalten.

Bestimmt kennst du die klassischen Frühlingsboten, die uns anzeigen, dass der Frühling begonnen hat. Erste zarte, blühende Pflänzchen die aus der Erde ragen und das triste Grau des Winters mit ihrer Farbe vertreiben. Heut will ich dir aber von ganz besonderen tierischen Frühlingsboten berichten.

Der Vorfrühling kommt in zitronengelb

Einer der ersten Schmetterlinge, die man bereits sehr früh im Jahr entdecken kann, ist der Zitronenfalter (Gonepteryx rhamni). Er gehört zu den echten „Frühaufstehern“ unter den Faltern und kann – je nach Witterung – mitunter schon Anfang Februar gesichtet werden.

Im phänologischen Kalender gilt er gemeinsam mit der Blüte der Hasel und den ersten Schneeglöckchen als typischer Vorfrühlingsanzeiger, ein echtes Naturphänomen, das die Ankunft der wärmeren Jahreszeit ankündigt.

Es ist erst einige Tage her, dass ich die ersten Zitronenfalter auf der Suche nach Nahrung durch den Garten flattern sah und mich über den zitronengelben Farbtupfer gefreut hab.

Als ich gestern aber mit kurzer Hose (es war auf der Terrasse schon sooo warm) im Garten saß und meinen März-Newsletter fertig getippt habe, ließ sich überraschend ein Besucher direkt neben mir nieder, mit dem ich eigentlich (noch) nicht gerechnet hatte: ein Tagpfauenauge (Aglais io)! Der Anblick des kleinen bunten Falters mit seinem typischen Augen-Muster ließ mein Herz gleich ein paar Takte schneller schlagen.

Das Tagpfauenauge wird eigentlich erst ab Mitte März aktiv. Da die Temperaturen gerade aber so schnell gestiegen sind, hat es den Schmetterling wohl schon aus der Winterstarre in die Sonne gezogen – und damit ein frühes Frühlingszeichen gesetzt. Er  hat eine kurze Pause in der Sonne eingelegt und hat dann seine Reise forstgesetzt. 

Winterüberlebenskünstler

Wusstest du, dass Schmetterlingsarten wie Zitronenfalter und Tagpfauenauge nicht wie viele andere Arten als Ei oder Raupe überwintern?

Sie ziehen sich im Herbst als adulte Falter in geschützte Verstecke zurück – zum Beispiel Holzstapel, Dachböden, Schuppen oder Totholzhecken – und verfallen dort in eine Winterstarre. Dort überdauern sie die kalten Monate (meist) unbeschadet. Sobald die Temperaturen wieder steigen, erwachen sie zum Leben.

Mich faszinieren diese ausgeklügelten Überlebensstrategien der Natur jedes Mal aufs Neue. Immerhin haben diese kleinen, hauchdünnen und zerbrechlich wirkenden Falter einen strengen Winter überstanden – selbst bei den tiefen Temperaturen, die wir in den vergangenen Wochen hatten. 🌿🦋

Nahrung und Fortpflanzung

Nun heißt es für diesen kleinen Flatterling: genug Nahrung finden – und einen Partner, denn die Paarungszeit des Tagpfauenauges und die Eiablage erfolgen direkt nach dem Erwachen aus der Winterstarre.

Die Nahrungsquellen für die adulten Falter sind Frühlingsblüher, deren Nektar ihnen Energie liefert. Besonders beliebt sind:

  • Weidenblüten (Salix spp.)
  • Huflattich (Tussilago farfara)
  • Schlüsselblume (Primula veris)
  • Krokus (Crocus spp.)
  • Gänseblümchen (Bellis perennis)
  • Lungenkraut (Pulmonaria spp.)

 

Weil diese Frühblüher in der wilden Natur mitunter recht selten werden und die Schmetterlinge daher oft weite Strecken zurücklegen müssen, bis sie
Durch die weiten Flugstrecken verbrauchen sie viel Energie und viel zu oft überleben sie den Start in den Frühling nicht.

Daher ist es besonders wichtig, dass wir den Faltern im Garten ein breites Nahrungsangebot präsentieren. Ein bunter Mix an Frühblühern versorgt aber nicht nur die ersten Schmetterlinge sondern auch ganz viele andere Insekten profitieren von dem reichhaltigen Nahrungsangebot. Und ganz nebenbei erfreuen die bunten Tupfen im Garten auch das Herz der Gartenbesitzer. 

Hat das Tagpfauenauge die erste Zeit überlebt und einen passenden Partner gefunden, findet schon bald die Eiablage statt. Diese erfolgt ausschließlich auf Brennnesseln (Urtica dioica), denn die Raupen ernähren sich am liebsten von frischen Brennnesselblättern.

Ein Garten für Schmetterlinge

Wenn ihr – so wie ich – im Frühling Lust auf frisches Grün habt, sind Brennnesseln natürlich super. Denn sie treiben schon recht zeitig und auch üppig aus. Ich liebe Brennnesselknödel, geb die Blätter gern in Suppen oder Smoothies oder trinke Brennnesselblättertee. Ja, auch uns tut die Brennnessel richtig gut. Aber denkt bitte immer daran: nicht die ganzen Pflanzen ernten und unbedingt irgendwo im garten eine „wilde Ecke“ mit Brennnesseln stehen lassen. Wer die Brennnessel aus seinem Garten verbannt, verbannt auch das Tagpfauenauge aus dem Garten. Mit ein paar bewusst belassenen Pflanzen könnt ihr also einen kleinen Lebensraum für diese Frühjahrsboten schaffen und euch gleichzeitig an ihrem Anblick erfreuen.

Was du noch für zahlreiche Schmetterlinge in deinem Garten tun kannst, kannst du in der Schmetterlings-Broschüre von Natur im Garten nachlesen.


Hast du dieses Jahr schon Schmetterlinge in deinem Garten erblickt?

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