Das Sammeln von Wildkräutern ist eine wunderbare Möglichkeit, der Natur näherzukommen und sich eine wertvolle Hausapotheke direkt vor der eigenen Haustür anzulegen. Damit auch zukünftige Generationen noch dieselbe Pflanzenvielfalt vorfinden und die geernteten Kräuter ihre bestmögliche Qualität entfalten können, braucht es jedoch ein paar einfache Grundregeln. Sie helfen dir dabei, verantwortungsvoll, nachhaltig und mit Respekt gegenüber der Natur zu sammeln.
Hier findest du die zehn goldenen Sammelregeln, die ich selbst bei jeder Sammlung beherzige:
1. Sammle nur Kräuter, die du mit 100%iger Sicherheit bestimmen kannst.
Verwende dafür entsprechende Bestimmungsbücher und/oder frag Kräuterkundige deiner Region um Hilfe. Pflanzenbestimmungsapps sind mittlerweile auch sehr zuverlässig. Du solltest sie aber immer nur ergänzend verwenden.
2. Sammle nur bei schönem und trockenem Wetter.
Die Pflanzen sollen weder nass von Tau noch von Regen sein. Bei Regen und Kälte ziehen sich wertvolle Inhaltsstoffe zurück.
3. Sammle nicht direkt neben Straßen oder Gehwegen.
Stichwort: Autoabgase, Schmutz/Müll und Hundetoilette.
4. Sammle nur so viele Kräuter, wie du wirklich benötigst.
Überlege im Vorfeld, was du mit den Kräutern machen willst und welche Menge du dafür tatsächlich brauchst.
5. Sammle den richtigen Pflanzenteil zur richtigen Zeit. Blätter, Blüten, Wurzeln, Samen und Früchte haben ihre optimale Erntezeit. Nur wenn du den passenden Pflanzenteil zum richtigen Zeitpunkt sammelst, erhältst du die bestmögliche Qualität und Wirkstoffvielfalt.
6. Sammle so, dass nachher noch ausreichend Pflanzen übrig sind.
Der Fortbestand darf nicht gefährdet werden. Maximal 1/3 des Bestandes wird geerntet, mindestens 1/3 bleibt für andere Sammler und mindestens 1/3 bleibt für die Fortpflanzung und den Weiterbestand der Pflanzen übrig.
7. Verwende Körbe, Holzschalen, Stofftaschen, Papiertüten oder Glas zum Sammeln.
Verzichte wann immer es geht auf die Verwendung von Plastik.
8. Sammle nur da, wo es erlaubt ist, und sammle in keinem Fall geschützte Pflanzen!
Nicht auf privaten Grundstücken, in Nationalparks oder Verbotszonen. Erkundige dich vorher über die national und regional geltenden Bestimmungen und Gesetze.
9. Hinterlasse die Sammelstellen so, dass niemand erkennt, dass du da warst.
Achte drauf die Umgebung nicht unnötig zu zertreten, reiße Pflanzen nicht mitsamt ihren Wurzeln aus und hinterlasse keinen Müll.
10. Sammle mit Vorsicht, Bedacht und Achtsamkeit.
Rupfe die Pflanzen nicht mit Gewalt ab, nimm nur jene Pflanzenteile, die du wirklich brauchst.
Wenn du diese Regeln beim Sammeln beachtest, dann steht
Noch mehr Infos und Tipps zum Sammeln und Verarbeiten von Kräutern findest du übrigens in meinem Buch „das Kräuterbuch für die Hausapotheke„.


