Warzen sind lästig, hartnäckig und oft schwer loszuwerden. Viele suchen daher nach einer natürlichen Alternative zu chemischen Mitteln – wie etwa einer Pflanzentinktur gegen Warzen. Eine der bekanntesten Heilpflanzen dafür ist das Schöllkraut, das schon seit Jahrhunderten in der Volksmedizin verwendet wird.
Das Schöllkraut (Chelidonium majus) ist eine traditionelle Heilpflanze, die seit Jahrhunderten in der Naturheilkunde eingesetzt wird. Im Mai und Juni ist das Schöllkraut ein echter Hingucker in meinem Garten. Es blüht so herrlich gelb und man sieht es schon von weitem. Im Frühling treibt es schon sehr zeigt aus und wächst rasch zu einer stattlichen Staude von bis zu 50cm heran. Es überragt so alle anderen zu dieser Zeit blühenden Pflanzen und Kräuter.
Volkstümliche Namen wie Marienkraut, Goldkraut oder Gottesgabe weisen darauf hin, dass diese Pflanze mit ihren leuchtend gelben Blüten einst hoch geschätzt wurde. Mit dem Aufkommen synthetischer Arzneimittel geriet das Schöllkraut jedoch zunehmend in Vergessenheit und wird seither oft als Unkraut abgetan. In ländlichen Regionen hat es sich in der Volksmedizin dennoch seinen festen Platz bewahrt und gilt nach wie vor als bewährtes Mittel gegen Warzen.Ein typisches Erkennungsmerkmal dieser Pflanze ist ihr leuchtend gelber Milchsaft, der austritt, sobald man sie pflückt oder verletzt.
Das Schöllkraut zählt zu den Mohngewächsen und ist in allen Pflanzenteilen giftig. Weshalb die Pflanze oder Zubereitungen daraus nicht innerlich eingenommen werden dürfen.
Gegen die aus der Volksheilkunde überlieferte äußerliche Anwendung bei Warzen spricht aber nichts, solange nur „kranke“ Hautstellen damit behandelt werden.
Die Wirkung des Schöllkrauts wird vor allem seinen in allen Pflanzenteilen enthaltenen Alkaloiden zugeschrieben.
Was sind Warzen?
Warzen entstehen durch bestimmte Viren und zeigen sich als kleine, verhornte Hautveränderungen. Eine häufige Form von Warzen sind Dellwarzen. Diese treten häufig bei Kindern an Händen, Fingern, Fußsohlen oder auch Oberschenkeln auf. Zwar sind diese Warzen meist harmlos, dennoch sind sie störend und können sie sich hartnäckig halten und sich sogar weiter ausbreiten, wenn die Warzen zB aufgekrazt werden.
Bei Dellwarzen hat sich ein Mittel aus der Hausapotheke besonders bewährt. Ich verrate euch heute, wie ihr eine Pflanzentinktur gegen Warzen selber herstellen könnt.
Schöllkraut gegen Warzen
Anwendung der frischen Pflanze:
Einen Stängel des Schöllkrauts abbrechen und den austretenden gelben Saft zwei- bis dreimal pro Tag über mehrere Wochen direkt auf die betroffenen Stellen auftragen. Nach der Anwendung bitte die Hände waschen, damit der Pflanzensaft nicht versehentlich in die Augen oder den Mund gerät.
meine Pflanzentinktur gegen Warzen:
- 3 Blätter und Blüten von Schöllkraut
- 10 Blattspitzchen von Thuja
- 6 Augen einer Kartoffel
- 100 ml 40 % Korn
- Braunglasflaschen
Schöllkraut und Thuja grob zerkleinern und gemeinsam mit den Kartoffelaugen in ein Schraubglas geben. Alles mit dem Korn übergießen und für einige Wochen ziehen lassen. Täglich 1x schütteln und nach der Ziehzeit abfiltern und die fertige Tinktur in dunkle Flaschen abfüllen. Zur leichteren Anwendung ist eine Pipette oder ein Tropfverschluss von Vorteil.
Wie auch bei der Frischpflanze gibt man 2-3x am Tag ein paar Tropfen auf die Warze oder das Hühnerauge.
Tipps für die Anwendung:
- regelmäßig anwenden, idealerweise mehrmals täglich
- nur die betroffene Hautstelle behandeln umliegende gesunde Haut schützen
- etwas Geduld mitbringen – die Anwendung kann mehrere Wochen dauern
🌿 Hinweis zur Sicherheit:
Da Schöllkraut als leicht giftig gilt, sollte es ausschließlich äußerlich angewendet werden. Besonders wichtig ist es, den Kontakt mit Augen, Schleimhäuten und offenen Wunden zu vermeiden. Bei empfindlicher Haut ist Vorsicht geboten.






9 Kommentare
Liebe frau mitterer,
Könnte ich so ein fläschchen der warzentinktur bestellen? Ich weiß zwar schon einen platz bei und wo es wächst, aber es kommt der winter…. und die warzen meines sohnes sind noch nicht gegangen.
Es wäre toll, danke schon mal.
Hallo. Ich bin auf Pinterest auf ihre Warzentinktur aus Schöllkrait gestoßen und würde dies gerne ausprobieren. Sie schreiben …. Blättchen vom Schöllkraut. Was genau ist damit gemeint, Blütenblätter oder das Laub ? Vielen Dank für ihre Antwort. Anja
Hier sind sowohl Blüten- aus auch Laubblätter gemeint. Immer hat man ja nicht das Glück gerade ein blühendes Schöllkraut zu haben, dann verwendet man nur das Kraut. Wenn Blüten da sind, zupfe ich das oberste Drittel der Pflanze – also Blüten samt Laub – ab und verwende dies.
Die benötigten Inhaltsstoffe sind in allen Teilen der Pflanze enthalten!
Hallo, was hat es mit den Kartoffelaugen auf sich ? Was ist darin, dass es gegen Warzen wirkt ?
Sind mit den „Augen“ die Wurzelauswüchse gemeint ?
Hallo Alexandra, genau die „Augen“ sind die Punkte wo die Kartoffeln beginnen Wurzeln zu bilden.
Kartoffeln enthalten einen hohen Anteil an Solanin (95%). Dies ist ein Glycolalkaloid.
Gemeinsam mit dem „Gift“ von Schöllkraut und Thuja wirkt das Solanin gegen die Viren, die für Warzen verantwortlich sind.
liebe Grüße
Susanne
Hallo ,kann ich die
Warzentinktur auch für,s Pferd benutzen?
Liebe Grüße P.H.
Hallo Petra,
da hab ich leider bisher gar keine Erfahrungswerte. Wenn es aber an einer Stelle ist, wo das Pferd es nicht ablecken kann (die Tinktur ist giftig), dann kannst du es probieren. Bei Menschen funktioniert es auf alle Fälle sehr gut.
Wenn du es probierst, berichte gerne, wie es klappt!
Liebe Grüße
Susanne
Wichtig, bei allen Naturansätzen, ob in Öl, Alkohol oder DMSO ist doch immer die unterschiedlichen Zeiten, Temperaturen, Lichtverhältnisse die aus der Erfahrung, den optimalen Wikstoffeffekt in den Auszug bringen.
Sie schrbeiben „einige Wochen“.
Sollte es warm oder kühl, im Tageslicht oder in Braunglas eher dunkel stehen in diesen Wochen ?
Danke
BG
Paul
Hallo Paul,
vielen Dank für Ihren Kommentar! 😊 Sie haben völlig recht – die optimale Extraktion hängt von vielen Faktoren ab, wie Zeit, Temperatur, Licht und dem verwendeten Lösungsmittel. Für Tinkturen ist in der Regel eine Ziehzeit von 2–3 Wochen ideal. Während der Ziehzeit sollte der Ansatz lichtgeschützt und bei Raumtemperatur stehen. Am besten bewahrt man die fertige Tinktur dann kühl und dunkel, zum Beispiel in einem Braunglas, auf, um die Wirkstoffe zu schützen.
Wenn Sie sich für die genauen Details interessieren – also welche Temperaturen, Lichtverhältnisse oder Ziehzeiten sich bei unterschiedlichen Pflanzen und Wirkstoffen bewährt haben – finden Sie diese zB in meinem Buch „Das Kräuterbuch für die Hausapotheke“ oder auch in meinem Kurs „Schritt für Schritt durchs Kräuterjahr“.
Herzliche Grüße
Susanne