Erkältungsbalsam, Hustensirup, Kräutertee und Co: Der Winter steht vor der Tür und es lohnt sich, die eigene Hausapotheke rechtzeitig vorzubereiten. Denn im Akutfall hast du keine Lust auf langwierige Rezepte. Ich zeige dir fünf Kräuterzubereitungen, die ich in der kalten Jahreszeit immer griffbereit habe.
Im November beginnt die Zeit, in der wir es uns drinnen so richtig gemütlich machen, während draußen die Temperaturen sinken. Und oft dauert es dann nicht lange, bis die erste Schnupfennase auftaucht oder sich ein Husten bemerkbar macht.
Genau deshalb lohnt es sich, jetzt einen Blick in die eigene Hausapotheke zu werfen. Denn wenn wir uns nicht wohlfühlen, möchten wir ungern erst lange überlegen müssen, was wir zu Hause haben oder was uns noch fehlt.
Und aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen: Erst dann zu mischen und zu rühren, wenn man es schon dringend braucht, ist äußerst mühsam.
Darum bereite ich meine Kräuter-Hausapotheke gerne rechtzeitig für die kalte Jahreszeit vor. Dabei geht es mir nicht darum, für jede mögliche Beschwerde ein Mittel vorrätig zu haben. Vielmehr möchte ich einige ausgewählte Kräuterzubereitungen griffbereit haben, deren Herstellung und Anwendung ich gut kenne und auf deren Wirkung ich mich verlassen kann.
Diese fünf Dinge gehören für mich dazu:
1. Erkältungsbalsam – ein Klassiker für die kalte Jahreszeit
Ein selbst gemachter Erkältungsbalsam gehört für mich zu den praktischen Begleitern im Winter. Je nach Rezeptur enthält er Ölauszüge zB mit Thymian oder Engelwurz und geeignete ätherische Öle, die für einen angenehmen Duft sorgen, Hustenreiz oder Schnupfen lindern und beim Einreiben ein wohltuendes Gefühl vermitteln können.
Wichtig ist, bei der Herstellung auf eine passende Zusammensetzung und Dosierung zu achten. Ätherische Öle sind hoch konzentriert und nicht für alle Menschen gleichermaßen geeignet. Gerade bei kleinen Kindern, bei bekanntem Asthma und bei empfindlichen Atemwegen ist besondere Vorsicht geboten.
Mein Tipp: Wenn du deinen Balsam selbst herstellst, beschrifte das Gefäß mit den Inhaltsstoffen und dem Herstellungsdatum. So weißt du auch nach einigen Wochen noch genau, was darin steckt.
2. Grippe-Tee – eine wohltuende Tasse Kräuterwissen
Wenn sich ein grippaler Infekt ankündigt, der Hals kratzt, die Nase läuft und wir uns schlapp fühlen, tut eine warme Tasse Kräutertee oft besonders gut. Je nach Zusammensetzung können geeignete Heilpflanzen die Linderung einzelner Beschwerden unterstützen.
Für eine solche Teemischung kommen beispielsweise Lindenblüten, Holunderblüten und Mädesüß infrage. Auch andere Kräuter wie Thymian, Salbei oder Hagebutte können unterstützend sehr sinnvoll sein. Welche Kräuter du miteinander kombinierst, hängt davon ab, welche Beschwerden du begleiten möchtest und welche Pflanzen sich für diesen Zweck eignen.
Wichtig ist dabei die Unterscheidung zwischen einem grippalen Infekt und einer echten Grippe (Influenza). Ein Kräutertee kann bei Erkältungsbeschwerden unterstützend eingesetzt werden, heilt aber weder eine Influenza noch verhindert er zuverlässig deren Verlauf.
3. Hustensirup – wenn du deine Hustenkräuter selbst verarbeiten möchtest
Spitzwegerich und Thymian zählen zu den bekannten Hustenkräutern. Je nach Pflanze und Zubereitung können sie bei bestimmten Hustenbeschwerden unterstützend eingesetzt werden.
Wer seine Hustenkräuter selbst verarbeiten möchte, sollte sich allerdings vorab mit den verwendeten Pflanzen, deren Inhaltsstoffen, den dazu passenden Rezepturen und der richtigen Aufbewahrung beschäftigen. Denn nicht jede Zubereitung ist gleich lange haltbar, und selbst gemachte Sirupe benötigen besondere Aufmerksamkeit bei der Herstellung und Lagerung.
Du möchtest tiefer in die Welt der Hustenkräuter eintauchen?
In meinem praktischen E-Book „das Handbuch der Hustenkräuter“ findest du fundiertes Pflanzenwissen und passende Rezepte, mit denen du dich näher mit unseren heimischen Hustenkräutern beschäftigen kannst.
4. Hagebutten-Oxymel – fruchtig, säuerlich und vielseitig
Die Hagebutte gehört für mich einfach zum Herbst. Ihre leuchtend roten Früchte sind nicht nur ein schöner Anblick am Wegesrand, sondern lassen sich auch wunderbar in der Küche verwenden.
Eine Möglichkeit ist Hagebutten-Oxymel. Dabei werden Honig und Essig miteinander kombiniert und mit frischen Hagebutten angesetzt. So entsteht eine süß-säuerliche Zubereitung, die sich vielseitig verwenden lässt und gleichzeitig eine ordentliche Portion Vitamin C enthält.
Rezepte und Infos zur Hagebutte findest du im Beitrag „Hagebutte – mehr als nur Tee“.
5. Kapuzinerkresse-Kren-Tinktur – eine intensive Pflanzenkombination
Kapuzinerkresse und Kren sind Pflanzen, die aufgrund ihrer Inhaltsstoffe schon lange in der Kräuterkunde Beachtung finden und als unschlagbares Duo gelten. Besonders interessant sind ihre Senföle, die für die charakteristische Schärfe verantwortlich sind.
Für mich ist das sogenannte „Bauernantibiotikum“ – eine traditionelle Zubereitung, die schon über viele Generationen im ländlichen Raum hergestellt wurde – mein „Helfer in der Not“. Immer dann, wenn mich trotz aller Vorsichtsmaßnahmen (Immunsystem stärken usw.) trotzdem einmal etwas erwischt, hilft mir diese besondere Tinktur immer sehr schnell wieder auf die Beine.
Die Rezeptur und die Anleitung zur Herstellung kannst du hier nachlesen!
Meine Checkliste für deine Winter-Hausapotheke
Bevor die kalte Jahreszeit richtig beginnt, ist es ratsam, die eigenen Vorräte durchzusehen.
Sind deine getrockneten Kräuter noch trocken und frei von Schimmel?
Sind alle Gläser eindeutig beschriftet?
Weißt du noch, wann du deine Zubereitungen hergestellt hast?
Sind selbst gemachte Balsame, Sirupe und Tinkturen noch in einem einwandfreien Zustand?
Hast du die passenden Zutaten für jene Zubereitungen zu Hause, die du tatsächlich verwenden möchtest?
Du musst natürlich nicht alles fix fertig haben. Eine gute Hausapotheke zeichnet sich nicht durch möglichst viele Produkte aus, sondern dadurch, dass du deine Vorräte kennst und weißt, wie du sie verantwortungsvoll verwendest.
Bei starken oder anhaltenden Beschwerden, Atemnot, hohem Fieber oder einer deutlichen Verschlechterung solltest du immer medizinischen Rat einholen.
Gute Vorbereitung beginnt vor der ersten Erkältung
Für mich gehört es zur Kräuterkunde dazu, sich rechtzeitig mit den Pflanzen zu beschäftigen, die uns durch die kalte Jahreszeit begleiten können. Wenn ich meine Vorräte im Herbst überprüfe und ausgewählte Zubereitungen vorbereite, kann ich im Winter auf das zurückgreifen, was ich kenne und sorgfältig hergestellt habe.
Vielleicht ist der November auch für dich der richtige Zeitpunkt, deinen Kräuterschrank zu öffnen, deine Vorräte zu kontrollieren und dir zu überlegen, welche Kräuterzubereitungen du in den kommenden Monaten gerne griffbereit haben möchtest.
Denn manchmal sind es nicht die vielen verschiedenen Mittel, die den Unterschied machen, sondern das Wissen um die wenigen, die man bewusst ausgewählt hat. 🌿


