das Vitamin C der Alpen

Sie leuchten knallig rot-orange von den Bäumen und gehören einfach zum Herbst dazu:
die Vogelbeeren!

vogelbeerbaum

Die weit verbreitete Volksmeinung, dass Vogelbeeren ungenießbar oder sogar giftig wären ist eines von vielen Ammenmärchen. Roh gegessen sind sie stark ausscheidungsfördernd und verursachen in größeren Mengen verzehrt Erbrechen und Durchfall. Durch ihren sehr bitteren Geschmack kommt wohl aber niemand auf die Idee, die Beeren in großen Mengen roh zu verspeisen.  Bei Gicht, Rheuma und Lungenleiden, das von starkem Fieber begleitet ist dürfen Vogelbeeren aber in rohem Zustand in geringer Dosierung angewendet werden und verschaffen Linderung der Beschwerden!

In gekochtem Zustand vermindert sich der bittere Geschmack und die enthaltenen Inhaltsstoffe, die zu den unangenehmen „Nebenwirkungen“ führen verflüchtigen sich. So werden die Beeren der Eberesche zu einer wahren Delikatesse und sind gleichzeitig einer der größten heimischen Vitamin C Lieferanten was vor allem in der kalten Jahreszeit von Vorteil ist um das Immunsystem zu stärken.

Die Eberesche war dem germanischen Gott des Blitzes, Thor, geweiht. Und auch für die Kelten war die Eberesche ein heiliger Baum. Die Vogelbeere, wie sie hier zu Lande genannt wird soll vor Dämonen, Unheil und Blitzschlag schützen. Deshalb wurden früher Kränze aus ihren Zweigen samt Beeren und Blättern vor die Fenster und auf die Dächer der Wohnhäuser gehängt. Auch heute wird die Vogelbeere noch gerne als Dekoration vor dem Haus verwendet, weniger um vor Blitzen zu schützen und mehr weil die Beeren so wunderschön leuchten. Tatsächlich ist die Eberesche aber ein Baum, der nur sehr selten vom Blitz getroffen wird.

Der Schnaps ist weit um bekannt und vor allem Frauen im Wechsel tut er gut. So mindert er zum Beispiel viele Wechselbeschwerden wenn täglich ein kleines Stamperl (ca 2cl) getrunken wird.

Doch aus der Vogelbeere lassen sich noch viele weitere Köstlichkeiten zubereiten. Ich habe für euch einige Rezepte zum einfachen Nachkochen zusammengetragen.

Vogelbeermus

Die reifen Vogelbeeren von den Ästchen abrebeln, mit wenig Wasser weich kochen und anschließend durch ein Sieb streichen. Die so gewonnene Masse abwiegen und mit der gleichen Menge Zucker ein paar Minuten köcheln lassen und anschließend in Gläser abfüllen. Das süßliche Mus eignet sich als Brotaufstrich, zu allen möglichen Süßspeisen, aber auch zu Wildgerichten.

Vogelbeermarmelade

  • 1 kg Vogelbeere (am Besten nach dem ersten Frost geerntet)
  • 2 Vanilleschoten
  • 500 g Gelierzucker 2:1
  • 1 TL Zitronensäure

Die Vogelbeeren waschen und von den Ästchen abrebeln. Die Beeren mit 1 Tasse Wasser ca. 25 Minuten lang weich kochen und anschließend gründlich pürieren. Die Vanilleschoten aufschneiden, das Mark herausschaben und mit dem Zucker und der Zitronensäure mischen.

Die Fruchtmasse und den Zucker aufkochen und 4 Minuten sprudelnd kochen lassen. Noch heiß in Gläser füllen, verschließen und am Deckel stehend auskühlen lassen.

Vogelbeerlikör

  • ¼ kg Birnen
  • 1kg Vogelbeeren
  • 1Liter Weinbrand
  • ¼ kg Zucker
  • ½ Liter Wasser

Die Birnen entkernen und samt Schale in kleine Stücke schneiden. Mit den Vogelbeeren in ein großes Glas füllen und mit 1 Liter Weinbrand aufgießen. Das Glas gut verschließen und für 6 Wochen an einen sonnigen Platz stellen und täglich mehrmals schütte