Birke – Betula Pendula

Dass man es mit einem ganz besonderen Baum zu tun hat, erkennt man schon an der einzigartigen und schneeweißen Rinde der Birke. Sie ist ein Symbol des Frühlings und des Neubeginns.

Die Birke war einer der ersten Bäumen, die sich nach der Eiszeit im Mittel- und Nordeuropa ansiedelten. Die Germanen machten sich die Birke rasch zu nutze und verwendeten ihren Saft als Schönheits- und Stärkemittel. Aus den jungen Rinden wurden Matten und Taschen gefertigt. Aber auch Schuhe, Löffel und Teller wurden aus de Birkenrinde genäht und mit Harz abgedichtet Auch heute noch findet die Birke Anwendung in der Naturheilkunde und auch der mittlerweile sehr verbreitete Birkenzucker erfreut sich immer größerer Beliebtheit.

Unter der weißen Rinde verbirgt sich eine schwarze, harte Borke; die Blätter sind leuchtend grün, hauchdünn und leicht klebrig. Die bei uns weit verbreitete Hängebirke kann einen Kronendurchmesser von bis zu 30 Metern erreichen. Mit ihrem gesamten Erscheinungsbild wirkt die Birke strahlend und freundlich. Kein Wunder, dass dieser Baum so beliebt ist!

Heilwirkung
Im Volksmund wird die Birke auch Nierenbaum genannt, was schon sehr viel über ihre Heilanwendung aussagt. Die bekannteste Anwendung der Birke ist der Birkenblättertee. Dafür verwendet werden bis etwa Anfang Juni gepflückte Blätter welche getrocknet oder frisch zubereitet werden können.

Der Tee wirkt sehr stark nierenanregend und kann die Harnmenge auf das 5-6fache erhöhen. Birkenblättertee wirkt somit hartnäckigen Blasenkatharren, Nierensteinen und Nierengrieß entgegen. Auch bei Gicht verschafft er gute Linderung.

Zubereitung: 2 TL Blätter werden mit 1/4 kochendem Wasser übergossen und nach 10 Minuten abgeseiht. 3 Tassen pro Tag sind ausreichend!

Birkenwasser
Legt man im Frühjahr das Ohr an einen Birkenstammm, so hört man ihn rauschen. Die Birke beginnt Wasser in die Knospen zu transportieren um die jungen Blätter bilden zu können. Dieses sogenannte Birkenwasser kann man ganz einfach abzweigen und ebenfalls für Heilanwendungen verwenden. Dafür wird eine Birke mit mind. 20cm Stammdurchmesser mit einem kleinen Bohrer etwa 3-4cm tief angebort. Im Bohrloch wird ein dünner Strohhalm angebracht und somit der Saft in einen Auffangbehälter geleitet. Der Birkensaft wird pur getrunken und wirkt noch blutreinigend. Außerdem fördert Birkenwasser den Haarwuchs und hilft gegen Schuppen. Birkenwasser ist im Kühlschrank allerdings nur wenige Tage haltbar. Um den Saft zu konservieren mischt man 3 Teile des Saftes mit 1 Teil 40%igem Alkohol. Getrunken wird er dann stamperlweise.
Die Gewinnung des Birkenwassers ist allerdings nur kurz möglich. Sobald die Blätter der Birke ausgetrieben sind, versiegt der Saft. Dem Baum macht das kleine Loch übrigens nichts aus, solange man es bei einem belässt und den Baum nicht ausbeutet.

Betula

Birkenzucker
Aus der Rinde der Birke wird der Zuckeraustauschstoff Xylit (Birkenzucker) gewonnen. Gegenüber normalem Haushaltszucker hat Xylit den Vorteil, dass er sich nicht auf den Blutzucker auswirkt und somit auch für Diabetiker geeignet ist. Außerdem wurde wissenschaftlich nachgewiesen, dass Xylit gegen Bakterien und Hefen wirkt, weshalb er Karies zurückdrängt.
Mehr als 1 EL pro Tag sollte aber nicht verzehrt werden, da er sonst eine zu große Last für den Darm darstellt.
Achtung: für manche Tiere (zB Hund) ist Birkenzucker giftig und führt zum Tod.

Verwendung in der Küche
Die frischen, jungen Birkenblätter können als Salatzugabe oder -ersatz verwendet werden. Gemeinsam mit Gundelrebe, Löwenzahnn und Brunnenkresse ergibt das einen herrlichen Frühlingssalat.

Ein weiterer Volksname der Birke ist Besenbaum. Worauf das zurückzuführen ist, ist nicht schwer zu erraten. Birkenbesen galten als wahre Wunderwaffen. In den verschiedensten Sagen erfährt man vieles über die Wirkung: Hatte man unliebsamen Besuch wurde mit dem Birkenbesen alles Böse hinausgekehrt. Der Besen auf der Türschwelle abgelegt hielt gleich alles Unheil und Böse vom Haus fern.
Auch die Hexenbesen wurden und werden traditonell aus Birkenholz und Birkenzweigen gefertig. Das helle Holz sollte den Hexen den Weg weisen und erhellen. Noch heute gibt es einige Besenbinder, die ganz traditionelle Birkenbesen für Haus, Hof und Hex binden. 😉